Zeitsinn und Zeitunsinn
Was will geboren werden?
Adventtagung mit Johannes Stüttgen und Gerhard Schuster
In dem, was wir in unserer Welt lange für fest gegründet gehalten haben, ist vieles unsicher geworden. Die Lage hat sich in kurzer Zeit immens zugespitzt. In der multiplen ökologischen Krisensituation, in den sozialen und politischen Verwerfungen und da, wo unsere Seelen immer mehr in Bedrängnis geraten, stehen wir wie vor einem dreifachen Abgrund. Wir brauchen eine tragfähige Brücke, doch was uns jeden Tag vor Augen geführt wird, ist das Abreißen von Brücken. Die Zeit ist in die Gegenwart gefallen. Aus den Traditionen, aus dem Gewohnten und lange Praktizierten, kommt nichts Tragfähiges mehr. Und da, wo der Begriff fehlt, lockt die Versuchung ins Disruptive, um das Zerbröckeln der Zivilisation nur noch zu beschleunigen.
Doch ist in all dem nicht noch etwas anderes bemerkbar, wenn wir der Versuchung des Zeit-Unsinns widersteht? In den großen Herausforderungen auf allen Gebieten, werden wir einander neu ansprechbar – gerade da, wo unsere Fragen noch nicht beantwortet sind, wo wir noch nicht wissen, wie es geht. – Das Gold unseres alten Wissens ist keine Währung mehr. Das neue Licht, das uns scheinen will, ist oft noch fahl oder grell. Im Gespräch kann es uns leuchten und auch lebensvolle Wärme geben. Das kann der Sinn für unsere merkwürdige Zeit auch wahrnehmen und können wir dabei nicht erahnen: Wir treten ein in ein neues Zeitalter, in dem aus diesem Urgestus des Sozialen das Neuland gefunden wird. Advent.
Beginn Freitagabend (20 Uhr) mit dem Eröffnungsbeitrag von Gerhard Schuster, gefolgt von Johannes Stüttgen am Samstagmorgen (10 Uhr). Fortsetzung mit Gesprächen um 16 Uhr und 20 Uhr. Sonntag 9.00-11.00 gemeinsames Adventfrühstück.