Die Kredit-Initiative

Der Deutsche Bundestag soll sich in der EU für eine freie Finanzierung gemeinwohlorientierter, d.h. ökologischer (d.h. ökonomischer) Unternehmen einsetzen!

Die Welt ist voll Vielfalt und Abenteuer

Und jeder Mensch, der geboren wird, bereichert sie mit seiner Neugier und seiner kreativen Kraft, Neues hervorzubringen, Neues zu er-finden

Die größte Erfindung der Neuzeit ist die Arbeitsteiligkeit: Die Menschen kommen zusammen, um miteinander Dinge zu erarbeiten, die ein Einzelner allein nie hervorbringen könnte. Jeder bringt seine Fähigkeiten ein. So produzieren wir Flugzeuge, Energieversorgung, Medien für weltweite Kommunikation und vieles mehr. Mit der Arbeitsteiligkeit können wir Gewaltiges vollbringen.

Doch der herrschende Geldbegriff ist veraltet und korrumpiert die Arbeit für ein gemeinsames Ziel. Er stammt noch aus den Zeiten der Tauschwirtschaft und nötigt die Menschen und Unternehmen dazu, für sich selbst zu arbeiten, für ihren Lohn und für den Profit. Die Menschen müssen sich in der Arbeit verkaufen. Die Natur wird mißhandelt und ausgebeutet, ökologische Katastrophen sind die Folge.

Das muss nicht länger so sein! Wenn wir das Geld neu denken, können wir eine Finanzierung verwirklichen, die es den Menschen und Unternehmen ermöglicht, aus freier Einsicht und Liebe zur Sache zu arbeiten. Alle Unternehmen sollen endlich ihre Aufgabe wahrnehmen können, den materiellen, sozialen und geistigen Bedarf von Mensch und Natur zu befriedigen.

Helfen Sie mit! Unterstützen Sie unseren Aufruf. Wenn 50.000 Menschen mitmachen, starten wir eine Bundestagspetition.

Der Vorschlag der Kreditinitiative

Wir wollen die demokratische Initiative ergreifen und die rechtliche Grundlage dafür schaffen, dass das Geld in produktiver Weise wirksam werden kann. In einem ersten Schritt fordern wir den Deutschen Bundestag auf, sich in der EU für eine neue freie Finanzierung gemeinwohlorientierter, d.h. ökologischer (d.h. ökonomischer) Unternehmen einzusetzen.

So soll die freie Finanzierung der Arbeit aussehen:
Alle Unternehmen erhalten aus dem Europäischen System der Zentralbanken (ESZB) frisch geschöpftes Geld als zinsfreien Kredit, wenn sie

  • ihre wirtschaftliche Aufgabe gemeinwohlorientiert erfüllen und einen Bedarf von Mensch oder Natur befriedigen wollen,
  • die Einkommen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf eine öffentlich-rechtliche Grundlage stellen, die demokratisch gestaltet und weiterentwickelt werden kann,
  • Profit nicht als wirtschaftliche Aufgabe betrachten, d.h. dauerhaft auf Profit verzichten und die entstehenden Überschüsse und Unterschüsse so miteinander ausgleichen, dass alle Unternehmen ihren Kredit regelmäßig wieder ablösen.


Mit diesem Vorschlag wird für den demokratischen Souverän, die öffentliche Hand und jeden einzelnen Menschen die Möglichkeit eröffnet, zum elementaren Gestalter des Geldes und seiner Bewegungen zu werden.

Unser Vorschlag ist so gestaltet, dass der neue Weg neben dem alten eingeschlagen werden kann. Es soll kein Zwang bestehen. Aber es soll auch kein Unternehmen mehr daran gehindert werden, die Fähigkeiten frei zum Einsatz zu bringen.

Für die Verwirklichung der neuen Finanzierung kann die Satzung der Europäischen Zentralbank (EZB) in ihrem Artikel 18.1 um einen entsprechenden Absatz ergänzt werden. Dafür haben wir einen Gesetzentwurf ausgearbeitet, den Sie bei uns anfordern können.

Wie wir zu diesem ersten Schritt noch weitere Schritte zur Umwandlung in eine gemeinwohlorientierte Wirtschaft finden können, müssen wir in den Unternehmen und in der Gesellschaft insgesamt weiter erforschen und beraten und in weiteren demokratischen Initiativen einbringen.

Das Geld neu (plastisch) denken

Um das Geld von seinen tauschwirtschaftlichen Hüllen zu befreien, müssen wir schauen, welche Aufgaben es in der modernen arbeitsteiligen Wirtschaft übernimmt. So entsteht das Zukunftsbild der Kreditinitiative:

Individuelle Kreativität am Arbeitsplatz

In der arbeitsteiligen Wirtschaft kommen die Menschen in Unternehmen zusammen, um gemeinsam etwas hervorzubringen. Etwas, für das ein Bedarf besteht. Jede*r Mitarbeiter*in bringt ihre/seine Fähigkeiten in die gemeinsame Arbeit ein. Auch die Unternehmen arbeiten auf vielfältige Weise zusammen. An der Produktion eines ICE etwa sind hunderte Unternehmen beteiligt. Dieses komplexe Geschehen wird ermöglicht, indem ständig Vereinbarungen zwischen den beteiligten Menschen getroffen werden.

Durch das Geld werden diese Absprachen verbindlich. So wird in dem Moment, in dem ein Unternehmen und seine Mitarbeiter sich verpflichten, ihre Fähigkeiten für eine bestimmte Sache einzusetzen, das Geld von einer Bank geschöpft und als Kredit an das Unternehmen gegeben. Das Geld bestätigt die Verpflichtungen. Damit jeder Mensch seine Fähigkeiten aus freier Einsicht einsetzen kann, finden überall Beratungen statt - der Künstler Joseph Beuys nannte es die „permanente Konferenz“.

Gerechte Einkommen auf dem Boden der Demokratie

Das Geld, das die Unternehmen von den Banken erhalten, wird an die Mitarbeiter*innen als Einkommen ausgezahlt. Damit werden diese berechtigt, einen bestimmten Anteil an Waren und Dienstleistungen, die in der Gesamtheit der Wirtschaft von anderen Unternehmen erarbeitet werden, zu erwerben. Sie müssen sich dadurch nicht selbst um die Dinge kümmern, die sie zur Befriedigung ihrer Bedürfnisse brauchen, denn Andere kümmern sich darum und bringen die gewünschten Dinge hervor.

Mit dem Einkommen werden die Menschen freigestellt, für eine bestimmte Sache arbeiten zu können, ohne dabei an sich selbst denken zu müssen. Es ist ein Grundrecht, das der Würde des Menschen entspricht. Dieses Grundrecht muss demokratisch hervorgebracht und ausgestaltet werden. Entweder im Parlament oder per Volksabstimmung. Eine demokratische Einkommensordnung könnte ein bedingungsloses Grundeinkommen, weitere Einkommensstufen und eine Obergrenze enthalten.

Solidarisches Miteinander der Unternehmen

Wenn die Menschen mit ihren Einkommen Waren und Dienstleistungen erwerben, fließt das Geld wieder zurück zu den Unternehmen. Dabei nehmen die einen mehr Geld ein als sie zuvor verbraucht haben, die anderen Unternehmen weniger. Solche Überschüsse und Unterschüsse sagen nichts aus über die Güte der Arbeit des jeweiligen Unternehmens. Denn in vielen Arbeitsbereichen ist es gar nicht möglich, über die Preise Einnahmen zu erzielen, z.B. bei der Pflege der Natur. Und vielfach ist es gesetzlich gewollt, dass der Preis Null ist, z.B. bei den Schulen. Aus diesen Beispielen wird ersichtlich, dass für die Rückzahlung ihrer Kredite nicht die einzelnen Unternehmen allein zuständig sind. Alle Unternehmen sind dafür zuständig. Sie tun dies, indem sie in ihren assoziativen Zusammenschlüssen die Preise so gestalten, dass die entstehenden Überschüsse und Unterschüsse sich ausgleichen. Der „Profit“ als Unternehmensziel entfällt (das Mißverständnis, dass Unternehmen Geld verdienen müssen). Alle Unternehmen lösen ihre Kredite wieder ab.

Diese Betrachtung zeigt: das Geld ist nicht mehr wie früher ein Wirtschaftswert. Es ist ein Element des Rechts. Und für das Recht ist die Demokratie zuständig.

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