Das Geld demokratisieren!


Das Geld ist keine wirtschaftliche Qualität, sondern eine Qualität des Rechts! Es besteht aus Vereinbarungen. Mit ihm entscheidet sich, was gearbeitet wird, und wie gearbeitet wird, und wem die Erzeugnisse der Arbeit zugute kommen. Deshalb wollen - und müssen - wir abstimmen! Denn für das Recht ist die Demokratie zuständig - wir alle!

Als demokratischer Souverän können wir die Geldströme umlenken hin zu ökologischen und sozialen Zielen. Direktdemokratisch können wir einen Geldkreislauf verwirklichen, der es jedem Menschen ermöglicht, seine Fähigkeiten, seine kreativen Potentiale in die Arbeit einzubringen. Jede*r soll mithelfen, mitwirken können, den materiellen, seelischen und geistigen Bedarf von Mensch und Natur zu befriedigen.

Die Qualitäten des Geldes

Wenn wir das Geld verwandeln wollen, müssen wir untersuchen, welche Aufgaben es in der modernen arbeitsteiligen Gesellschaft übernimmt. An diesen Stellen können wir ansetzen und die Abläufe gestalten. Hier unsere Forschungsergebnisse, bitte selber prüfen:

Vor der Arbeit


Das miteinander Arbeiten erwächst aus einer Initiatividee: Menschen wollen zusammen etwas hervorbringen und einen bestimmten Bedarf befriedigen. Die Unternehmung und ihre Mitarbeiter*innen verpflichten sich, ihre Fähigkeiten dafür einzusetzen und erhalten Kredit (credere heißt auf Latein: vertrauen).
Gestaltungsmöglichkeit: An dieser Stelle ist es für die Qualität der Arbeit wichtig, dass das Versprechen, eine bestimmte Aufgabe zu erfüllen, aus freier Initiative und freier Einsicht entsteht. Ständige Beratungen sind dafür sinnvoll, die „permanente Konferenz“ (Joseph Beuys). Auch die Banken müssen
mitbedenken, mitberaten, wie der vorhandene Bedarf am besten befriedigt werden kann. Die Gesellschaft im Ganzen formuliert für die Vergabe der Kredite ihre Richtlinien und Kriterien.

Während der Arbeit


Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erhalten Einkommen. Damit sind sie berechtigt, einen Anteil an Waren und Dienstleistungen zu erwerben, um ihren persönlichen Bedarf befriedigen und am kulturellen Leben der Gesellschaft teilhaben zu können.
Gestaltungsaufgabe: An dieser Stelle ist es nur gerecht, das Einkommen als ein neues Grundrecht zu gestalten. Denn wir alle haben Bedürfnisse und Fähigkeiten, und unsere Würde als Mensch besteht gerade darin, die Bedürfnisse befriedigen und die Fähigkeiten entwickeln und verwirklichen zu können. Durch das Einkommen erhält jede/r als Konsument die Dinge, die er/sie braucht und wird dadurch freigestellt, seine/ihre Fähigkeiten aus Liebe zur Sache in der gemeinsamen Arbeit einzusetzen. Eine demokratische Einkommensordnung könnte ein bedingungsloses Grundeinkommen (jeder Mensch ist Mitarbeiter*in), weitere Stufen und eine Obergrenze enthalten.

Nach der Arbeit


Durch die Arbeit entsteht Neues. Die hervorgebrachten Waren und Dienstleistungen werden verkauft und so fließt das Geld von den Konsumenten wieder zurück zu den Unternehmen. Doch nicht alle Unternehmen erzielen entsprechende Einnahmen. Viele können es nicht und viele sollen es nicht: z.B. die Naturpflege, die Kitas und Schulen oder die Krankenhäuser. So entsteht die Notwendigkeit des Ausgleichs: finanzielle Mehreinnahmen der einen Unternehmen müssen mit Mindereinnahmen der anderen Unternehmen ausgeglichen werden. Dies geschieht heute z.B. durch Steuern.
Gestaltungsvorgang: An dieser Stelle liegt es auf der Hand, dass für die Rückzahlung ihrer Kredite nicht die einzelnen Unternehmen allein zuständig sind. Alle Unternehmen sind dafür zuständig, denn sie bilden ein arbeitsteiliges Ganzes. Die Konsequenz: Wir müssen die Preise ökologisch und sozial gestalten,
alles einkalkulieren. Dann können die Überschüsse und Unterschüsse so ausgeglichen werden, dass alle Unternehmen ihren Kredit regelmäßig wieder ablösen. Der „Profit“ als Unternehmensziel entfällt.

Unsere Untersuchung ergibt: Das Geld wird immer wieder neu geschöpft, es ermöglicht die wirtschaftlichen Vorgänge und fließt wieder zurück. Diesen Kreislauf können wir ökologisch gestalten, in Übereinstimmung mit Mensch und Natur.

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